Ein Hund aus dem Süden?
Leider ist es in den südlichen Ländern so, dass die Hunde, die zur Jagd oder als Gebärmaschine nichts mehr taugen, in den Tötungsstationen, den so genannten Perreras, entsorgt werden. Viele Hunde gehen aber auch bei der Jagd verloren und werden dann von den Hundefängern eingefangen und in die Perrera gebracht.
Die Besitzer haben 21 Tage Zeit, ihren Hund dort heraus zu holen, sonst wird er getötet. Da ein Hund in Spanien/Italien usw als wertlosen Gegenstand ansehen, machen die meisten Besitzer sich gar nicht auf die Suche nach Ihrem Hund und besorgen sich einfach einen neuen.
Dass Ihr Hund in der Perrera sitzt und um sein Leben bangen muss, interessiert sie nicht. Die Jagdhunde, z.B. der Podenco und Pointer, werden nur als Sache angesehen, so lange sie genügend Kaninchen und Rebhühner jagen, dürfen sie am leben bleiben. Sind sie alt und gebrechlich, oder verletzt, werden sie leichten Herzens entsorgt.
Viele
Menschen in den südlichen Ländern behalten Ihren Hund auch meistens nur
solange, bis er
noch süss und knuffig
aussieht, wird er dann jedoch erwachsen und eignet sich nicht mehr als Spielzeug
für die Kinder,muss er für
einen jüngeren Hund weichen und wird in der Perrera
entsorgt. Oder schlimmsten Falls in eine Schlucht geschmissen oder an einem Gott verlassendem Ort ausgesetzt.
Die Mitarbeiter der Tötungsstationen machen sich keinerlei Gedanken, welcher Hund mit wem in den Zwingern kommt. Egal ob verträglich oder nicht, ob klein oder groß. Es werden viel zu viele Hunde in einen Zwinger gepackt, der teilweise eine Grösse von 3 qm hat. Futter gibt es für die 21 Tage gerade mal soviel, dass die Hunde den 21 Tag überhaupt noch erleben.
Es gibt in den Zwingern weder Körbchen noch Decken. Geschweige denn,die Hunde können für einen Spaziergang ihren Zwinger verlassen. Der Kot und der Urin werden mit einem kalten Wasserschlauch entfernt, wobei auf die Hunde keine Rücksicht genommen wird.
Durch die deutschen Pflegestellen und den Tierschützern vor Ort (Tierheime oder ebenfalls Pflegestellen) finden die Hunde wieder Vertrauen in die Menschen. Tägliche Spaziergänge stehen an, Streicheleinheiten die sie bisher wahrscheinlich noch nie kennen lernen durften und regelmäßiges Essen. Somit werden die ausländischen Hunde auf ein neues Leben vorbereitet. Zu 99% ein Leben in Deutschland da sie im Ausland keine Chance auf eine Vermittlung hätten.
Perrera in La Oliva von aussen





Vor allem Podencos und Pointer suchen ein Zuhause.
www.tierschutz-fuerteventura.de
Diese Augen sagen mehr als Worte……



Sie hatte die Chance, in eine Pflegestelle nach Deutschland ausreisen zu dürfen.

Mittlerweile hat sie ein wunderbares Zuhause gefunden.
Reisebericht Malaga 09.-13.12.2007
Seit August diesen Jahres engagieren wir uns (Tierhilfe Idensen) für Barbara Steppert,
die nahe Malaga ein kleines privates Tierheim betreibt, sozusagen
Einzelkämpfer ist.
Nun war es an der Zeit, sich einmal persönlich kennen zu lernen
und sich vor Ort ein Bild zu machen. Also packte ich (Michaela Wolf) kurzerhand meine
Tierschutzkollegin und Freundin Vanessa in den Koffer und auf
ging´s!
Am Flughafen Malaga angekommen, brauchten wir eine geraume Zeit, um
unsere Leihwagenvermietung zu finden. Nachdem wir mit aller
Kreativität zwei große Hundeboxen, deren Inhalt in Form von
Sachspenden und unser Gepäck in einem Clio verstaut hatten (leider
ist man in solchen Situationen so genervt, dass man keine Fotos macht),
ging es auf die Autobahn Richtung Benajarafe. Dank Barbaras
Wegbeschreibung fanden wir auf anhieb dorthin, mussten jedoch anrufen,
denn abseits der Küstenstraße verlaufen viele kleine
Schotterpfade und uns war unbekannt, welcher hinauf auf den Hügel
zu Barbaras Haus führt. Ist wirklich ganz einfach: unter der
Autobahn durch, gleich bei den Ziegen links runter, dann noch mal
rechts oder links und schon ist man angekommen...Die Schotterwege
wurden schließlich so kurvig, steil und steinig, dass Vanessa
ernsthaft um das Auto und ich um unsere Gesundheit bangte. Aber wir
schafften es und standen vor einem Tor, hinter dem uns diverse Hunde
anbellten.
Rainer, Barbaras Partner, erschien und schlug die Hände über
dem Kopf zusammen: Wir hatten den falschen, viel schwierigeren Weg
hinauf gewählt - den Weg, bei denen schon einige PKW hängen
geblieben waren. Nun wurden auch mir die Knie schlottrig!
Schnell kamen wir mit Barbara und Rainer ins Gespräch - über
die Hunde und Katzen, das Leben in Spanien als Tierschützer,
unsere Arbeit in Deutschland, die Umstände und Widrigkeiten. Am
Abend verlegten wir in ein kleines, urspanisches Lokal und bekamen das
wohl weltbeste Aioli mit Weißbrot. Und ein Bier - für meine
Nerven nach der Safari!

Die Tagen vergingen wie im Fluge - wir begleiteten Barbara in die Tierklinik, um eine notoperierte afghanische Windhündin abzuholen, fotografierten die Hunde und Katzen und schlenderten über den Wochenmarkt. Natürlich "bestaunten" wir auch die Welpen im Schaufenster eines Tiergeschäfts.
Auf unsere Bitte hin fuhr Barbara mit uns in die örtliche Tötungsstation. Der Betreiber ist wirklich ein Geschäftsmann, wie es im Buche steht: Er hat die weltweit angeblich größte Podencozucht, nebenbei züchtet er weitere Rassen, er hat eine Tierpension, verkauft Rebhühner (damit die Jäger sie erst aussetzen und dann erschießen können, denn die wilden Rebhühner haben sie bereits ausgerottet) und Tierzubehör. Er betreibt ein Krematorium und eben die Tötungsstation. Diese durften wir nur unter Aufsicht betreten - nach einer guten halben Stunde Wartezeit und unter den missbiligenden Blicken der Tochter des Besitzers. Das Fotografieren verbat sie mir. Ich habe es trotzdem getan, während Vanessa vorgab, nach einem Ratanero zu suchen. Zum Glück hatten sie keinen solchen Insassen, denn Barbara hatte uns das Versprechen abgenommen "bloß keinen freizukaufen", denn sie ist übervoll und hat eine lange Warteliste mit Hunden, die es aufzunehmen gilt.

Besonders traurig machten mich drei alte Schäferhündinnen, allesamt wahrscheinlich ausgemusterte Gebärmaschinen, mit übergroßem Gesäuge und ausgemergelt. Aus großen Augen sahen sie mich an. Diese Hunde wird niemand retten, denn wer adoptiert schon einen alten, mageren Schäfer? Das sind auch die Momente des schlechten Gewissens und man fragt sich hinterher, ob man trotz aller Versprechungen kurzerhand diese Drei hätte befreien müssen.
Auf dem Rückweg zum Auto zeigte Barbara auf einen Lieferwagen und erklärte, dies sei der einizge Spediteur, der auch Hunde transportiere. Die Podencowelpen werden den Müttern mit 3 Wochen entrissen, in so einen Transporter geschmissen (ja, sie werden am Nacken gepackt und geschmissen!) und zu ihren neuen Besitzern verfrachtet - meistens natürlich zu Jägern. Sind sie alt und nutzlos, landen sie dann wieder in einer Perrera und so schließt sich der Kreis. Im Grund genommen kassiert der Betreiber also nicht nur beim Verkauf des Hundes, sondern auch, wenn er ihn dann Jahre später tötet, denn für jeden umgebrachten Hund gibts Geld vom Staat!
Natürlich betreibt "Don Animal" auch das örtliche Hundefängerauto...

Auch Barbara hatte sich drei Welpen in den Kopf gesetzt, die mit wenigen Wochen schon zum Tode verurteilt schienen. Auch an ihr nagte es...
Wirklich erwähnenswert ist das Engagement, dass Barbara in ihrem Umfeld betreibt: Sie geht zu den Hunde- und Katzenbesitzern und versucht, die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern. Mit Ruhe und Engelszungen redet sie auf die Spanier ein und überzeugt sie schließlich meist davon, dass der Hund auch ohne Kette leben kann und die Katzen entwurmt und geimpft werden sollten. Sie fängt herrenlose Katzen ein und lässt sie auf eigene Kosten kastrieren, um die unkontrollierte Vermehrung der Samtpfoten einzudämmen.
Auf ihrem Grundstück haben Barbara und Rainer mehrere große Ausläufe errichtet, in denen die Hunde in Kleingruppen untergebracht sind.
Mindestens zwei Mal am Tag dürfen sie sich auf dem großen Gelände austoben, in der Zeit reinigen Barbara und Rainer die Ausläufe. Jeder Auslauf verfügt über einige Hundehütten und Überdachungen, so dass die Vierbeiner bei Regen einen trockenen Platz aufsuchen können und Rückzugsmöglichkeiten haben. Für kranke Hunde oder Mütter mit Welpen gibt es ein Hundezimmer mit Fußbodenheizung!
Für die Katzen haben die beiden ein kleines Häuschen liebevoll errichtet und es samtpfotengerecht ausgestattet. Die Tiere können sich frei bewegen und durch verschiedene Ein- und Ausgänge das Haus betreten oder verlassen. Alle Tiere sind natürlich kastriert!


Barbara berichtete uns auch von ihren vielen Problemen: Auf dem Hügel ist es oft sehr windig und gerade im Winter bläst es kalt aus den Bergen. Sie würde gern eine Mauer bauen, damit die Tiere besser vor diesen Winden geschützt sind. Aber hierzu fehlt nicht nur das Geld, sondern auch ein starker Helfer, der Rainer bei diesen Arbeiten unterstützt. Der chronische Geldmangel lässt derzeit keine baulichen Veränderungen an den Hundeausläufen zu. Geht etwas kaputt, kann es nur notdürftig geflickt werden. Barbaras kleine Rente geht komplett für Tierarztkosten und Futter drauf. Um den alten Ford bangt sie besonders: Er wird wohl keinen neuen TÜV bekommen und dann stünden die beiden ohne fahrbaren Untersatz da. Das hieße nicht nur, dass keine Fahrten zum Flughafen oder in die ca. 20 km entfernte Tierklinik mehr möglich wären, sondern es würde schon am Alltäglichen scheitern, denn bis ins nächste Dorf ist man zu Fuß einige Zeit unterwegs - nicht zu vergessen die Höhenunterschiede...Dringend bräuchten die beiden einen Van oder Transporter, der noch ein paar Jahre durchhält.
Aber auch an helfenden Händen fehlt es - Barbara bräuchte dringend Unterstützung, denn vor allem das Reinigen des Katzenhauses macht ihr Tag für Tag zu schaffen -sie leidet an einer starken Katzenhaarallergie. "Wenn nur einmal in der Woche jemand käme und uns helfen würde...", sagte sie zu mir. Neben den täglichen Aufgaben wie Reinigen der Ausläufe, Waschen der Decken, Futter bereiten, Medikamentieren und Kontrollieren der Vierbeiner, fallen die Tierarztbesuche und Fahrten zum Flughafen an.
Auch schriftliche Arbeiten sind zu erledigen, Anfragen von Interessenten zu beantworten und Rechungen zu bezahlen. Und nicht zu vergessen, die regelmäßigen Hiobsbotschaften: Dort läuft ein Hund auf der Autobahn und muss eingefangen werden, hier sitzt eine kranke, heimatlose Katze und muss versorgt werden...
Deshalb meine wirklich dringende Bitte: Helft Barbara und damit den Tieren. Jeder Cent ist Gold wert, jede Sachspende eine große Freude! Vielleicht "spendet" auch jemand seine Arbeitskraft und verbringt eine gewisse Zeit bei den Tierschützern, um zu helfen!?
Gerade Einzelkämpfer wie Barbara und Rainer, die Tag für Tag ihre Gesundheit und ihre Freizeit zum Wohle der Tiere opfern und seriösen Tierschutz an der Wurzel betreiben, hinter denen kein großer Verein oder Gönner steht, die aber im ebenso Großartiges leisten - diesen Menschen muss man helfen! Wir tun es weiter, damit Barbara und Rainer den Tieren helfen können. Aber ohne Eure Unterstützung geht es nicht!
Michaela (www.tierhilfe-idensen.de)
Dezember 2007

11.03.2008 | Karton auf der Kühlerhaube (La Palma)
Tierleid in Italien
Video aus Italien
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Das Video ist erschütternd, auch wenn es auf italienisch ist – die Bilder sprechen für sich!
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Geboren,
um zu leiden - geboren, um zu sterben
Nein, wenden Sie Ihren Blick nicht ab von diesen Augen. Kalt und tot, sieht man in ihnen allen Abscheu und alles Leid derer, deren einziges Vergehen es war geboren zu werden. Einzig, damit der Tod dieses Hundes nicht umsonst gewesen sein und das Ersterben seines Schreies, das Zerreissen seiner Haut und das Ende seines Kampfes dazu dienen möge, dass andere nicht dasselbe Schicksal erleiden müssen.
Er war jung und stark, aber etwas dürfte nicht gut gelaufen sein für ihn. Vielleicht lief er nicht so schnell wie er sollte, vielleicht ist ihm eine Beute entwischt, vielleicht verlor sein Besitzer aber auch nur eine Wette und seine Strafe damit war der furchtbarste aller Tode, der langsamste, der grausamste. Wie lange musste er kämpfen sich aufrecht zu halten, damit seine Beine weiterhin das Gewicht seines Körpers tragen konnten? Warum weiterleben? Um sich am Ende doch einfach fallen zu lassen. Und am Ende seines Lebens mit diesem Tod der Befreiung näher zu kommen, der Ruhe.
Seit seiner Geburt musste er beweisen, dass er stark war, nützlich. Neben seiner Mutter laufend und seinen Brüdern. Suchend, die Beute schlagend ohne sie zu verzehren. Seine Belohnung war, in den Zwinger zurück zu kehren, wo er seine tägliche Ration Fett und trockenes Brot erhielt, wo er mit Flöhen und Zecken zusammen leben musste, wo der Geruch nach Urin und Exkrementen erstickend war oft, wo er in der eisigen Kälte des Winters und der erstickenden Hitze des Sommers auf seinen Herrn wartete, um erneut auf's Feld hinaus zu ziehen, zu laufen, zu beweisen, dass er nützlich war, dass er der Beste war. So auch diesen Tag und jeden anderen Tag.Manchmal band ihn sein Herr zum Laufen ans Motorrad und auch wenn ihn der Abgasrauch zu ersticken drohte, täuschte er vor, dass ihm dies nichts bedeute, dass er wirklich wollte, dass er der Beste war.
Er sah, wie einer seiner Brüder auf dem Asphalt ausgestreckt liegen blieb, blutendenden Körpers, weil er den ihm aufgezwungenen Rhythmus nicht mehr mithalten konnte. Er aber musste weiter kämpfen, er hatte das Herz eines Siegers.
Seine
Mutter war eine wahre Heldin gewesen und, obwohl sie
bereits über zehn Jahre alt war, gebar sie alle
sechs Monate hinreissende Welpen, die wiederum an
andere Galgueros (Jäger) verkauft wurden.
Zumindest er hatte das Glück gehabt bei ihr bleiben zu können. Nachts hatte er die Wärme ihres Körpers genossen und sich erinnert, wie seine Mutter ihm als Welpen die Schnauze geleckt und ihn zärtlich gebissen hatte, um das Ungeziefer zu töten, das seinen Körper befiel und bei der Rückkehr von der Jagd ihm seine Wunden leckte. Für seinen Herrn wäre es einfach überflüssig gewesen den Tierarzt zu holen. Wozu auch? Es war doch so einfach und billig einen neuen Galgo zu bekommen.
Aber heute, mit kaum zwei Jahren, ging etwas daneben. Was war es? Wo hatte er sich geirrt? In nichts, nur, mit knapp zwei Jahren war ein Galgo zu nichts mehr nütze. Andere, ältere Hunde sind bessere Zuchttiere und andere, jüngere Hunde sind bereit die Herauforderung und den Kampf aufzunehmen der Beste zu sein.
Und
so, heute wie andere Tage auch, verließen sie den
Zwinger auf's Feld hinaus, aber heute, als sie an
einem alten verlassenen Gebäude vorbeikamen,
abseits aller Blicke, warf ihm sein Herr einen
Strick um den Hals und band ihn an den Galgen. Seine
Hinterbeine berührten eben noch trippelnd den Boden
und es kostete ihn große Kraft, sich auf den Beinen
zu halten.
Aber all seine Anstrengungen nützten ihm nichts, nichts sein Geheul, seine Schreie, sein Strampeln und Keuchen. Es tat nichts zur Sache, sein Herr setzte sich zusammen mit seinen anderen Jagdhunden daneben, um zuzusehen wie er zwischen Leben und Tod hing, wie er kämpfte in einem Kampf, den er in jedem Fall verlieren würde.
Und - was er
wiederum nicht wusste - er würde sein Leiden damit
nur verlängern. Er sollteden anderen Galgos als
Beispiel, damit diese die Strafe für das Versagen sähen,
die Strafe für den Fehler.
Die Strafe dafür, als Galgo geboren zu sein.